- katringrieco
- 24. März
- 6 Min. Lesezeit
Herzlichen Glückwunsch und jede Menge frühlingshaftes Kinderbuchkonfetti für unsere Mitglieder, die in diesem ersten Quartal ihre Veröffentlichung in den Händen halten dürfen und damit die Welt ein bisschen bunter machen! Und weil Bücher nie von Einzelpersonen erschaffen werden, schicken wir auch Grüße an all die Teams hinter den Neuerscheinungen.
Vielleicht brauchst du ja noch das ein oder andere Geschenk für den Osterhasen oder dich - dann wirst du hier bestimmt fündig. Und wer weiß, vielleicht bist AUCH DU bald mit DEINEM BUCH auf einem dieser Bilder zu entdecken?!

Wie schön, dass damit das Kinderbuchkonfetti wirbelt und kleine LeserInnenaugen leuchten können!
Genau dafür gibt es die KinderbuchManufaktur: Für gelebte KinderbuchTräume! Wir lassen hier die AutorInnen und IllustratorInnen zu ihren Büchern selbst zu Wort kommen. Alle hatten die Möglichkeit, einen bevorzugten Link als Empfehlung für den Kauf anzugeben.

Anna Trenkwald (Autorin)
"Die Baumhaus-Agenten: Wald in Gefahr (Band 2)"
Gerade erst haben Felix und Lina ihr Baumhaus zur Geheimagenten-Zentrale ernannt, da erhalten sie eine schreckliche Nachricht: Der Wald soll gerodet werden, um Platz für ein neues Industriegebiet zu machen!
Als Felix’ Onkel sich weigert, sein Waldstück zu verkaufen, scheint das Baumhaus gerettet. Doch schon kurz darauf beginnen dort seltsame Dinge vor sich zu gehen. Felix und Lina nehmen die Spur auf und stoßen auf eine Verschwörung, die den ganzen Wald in Gefahr bringt ...
978-3-911900-09-6
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Ariane Vaßen (Autorin)
"Leo - Rivalen im Pokalfinale aus der Reihe Blackforest Friends"
Leos Leidenschaft für Fußball wird getrübt, als ein neuer Spieler in sein Team kommt: ein talentierter Spieler - aber arrogant und unnahbar! Als es auf einem Turnier einen Doping-Verdacht gibt und Leo ausgerechnet bei Fabian eine Dose mit Pillen findet, sind die Blackforest Friends alarmiert. Was für ein Spiel treibt Fabian und warum taucht immer wieder sein Vater im Verein auf? Ein fesselnder Krimi über Familiengeheimnisse, falschen Ehrgeiz, Lügen und die Wahrheit.
ISBN: 9783765521812
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Cyndia Hartke (Autorin & Illustratorin)
"Nadja und Elias feiern Pessach"
Kinderbuch ab 4 Jahren über die Bedeutung des Pessach-Fests im Judentum. Zusammen den Sederabend erleben: ein interreligiöser Dialog unter besten Freunden.
Elias und Nadja sind beste Freunde. Nadja ist Jüdin und lädt Elias ein, mit ihrer Familie Pessach zu feiern. Sie zeigt ihm den Ablauf des Sederabends, die vielen Bräuche, die diese Feier besonders machen, und was auf einem Sederteller nicht fehlen darf.
ISBN: 978-3-9035-5348-4
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Dorthe Voss (Autorin zusammen mit Paula Peretti)
"James Krüss - Ein Leben zwischen Inselwind und Wörtermeer"
James Krüss, der fantasievolle Geschichtenerzähler und fröhliche Reimkünstler begeistert seit Generationen durch Wortwitz und Erzählfreude. Diese Biografie erzählt stimmungsvoll von seinem Weg zu den Geschichten. Von seiner unbeschwerten Kindheit auf der Insel Helgoland mit besonderen Festen, Fahrten zur Düne und zum Hummer-fischen, von seinem Auszug in die weite Welt, und wo er als waschechter Insulaner am Ende wieder eine Inselheimat fand.
ISBN: 978-3-85535-228-9
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Jona Struwe (Autorin)
"Warum haben wir keinen König?"
In Geschichten wimmelt es von Königen, die alles bestimmen. Aber ist das gerecht? Ist es nicht viel gerechter, wenn alle mitbestimmen dürfen? So wie bei uns im echten Leben. Aber wie funktioniert das bei so vielen Menschen in einem Land eigentlich?
Dieses Buch erklärt einfach und nachvollziehbar, wie unser Zusammenleben in einer Demokratie geregelt ist - mit vielen lustigen Fakten von Hammelsprung bis Bundesgiraffe.
ISBN: 978-3-423-76617-3
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Katrin Grieco (Autorin) mit Arabell Watzlawik (Illustratorin)
"David und seine Geschichte mit Gott"
David ist ein Hirtenjunge. Er passt auf die Schafe seines Vaters auf. Wenn wilde Tiere kommen, beschützt er die Herde. Er ist ein guter Hirte. Er ist zwar klein, aber Gott hat Großes mit ihm vor. Als eines Tages ein Bote kommt, ahnt niemand, dass sich das Leben von David schon bald ändern wird. Er wird zum neuen König gesalbt und kann mit Gott an seiner Seite sogar den stärksten Riesen besiegen. Bald beschützt er nicht mehr die Schafe seines Vaters, sondern die Menschen aus dem Volk Israel. David lernt Gott ganz neu kennen: als seinen Hirten und Helfer.
ISBN: 9783765546075
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Kristina Sambs (Autorin)
"Der Märchenkessel (Anthologie)"
Ein wohltätiges Projekt zugunsten des Vereins "Hörer helfen Kindern".
Mit von Kristina das Girlpower-Märchen: "Ein Königreich für eine Maus".
Dieses Jahr soll dazu noch ein Hörbuch erscheinen. Die Anthologie ist im Fantasieinsel Verlag erschienen.
ISBN: 978-3910729278
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Lena Walde (Autorin)
"Gute Nacht, liebe Baustelle!" & "Gute Nacht, liebe Tierkinder!"
Den ganzen Tag war der kleine Kipplaster auf der Baustelle unterwegs. Doch jetzt ist Zeit zum Schlafengehen und er sagt allen seinen Freunden "Gute Nacht!".
Was war das für ein schöner Tag für den kleinen Fuchs! Bevor er sich gleich unter seine Fuchsschwanzdecke kuschelt, sagt er noch all den Freunden "Gute Nacht!".
ISBN: Baustelle: 978-3-7432-2067-6 Tierkinder: 978-3-7432-2057-7
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Rebecca Martin (Autorin)
"Kopf hoch, Kasimir!"
Kasimir ist ein ausgelassener, fröhlicher kleiner Fuchs, der gern mit den anderen Tieren im Wald herumtobt. Aber die wollen nicht mehr mit ihm spielen, denn er ist ihnen zu wild und laut. Darüber ist Kasimir so traurig, dass er seine Fröhlichkeit verliert und nicht mehr lachen kann.
Aber zum Glück ist da noch Isidor, der Igel. Auch er ist oft allein, weil alle vor seinen Stacheln Angst haben. Er bietet Kasimir seine Freundschaft an. Aber wird das reichen, damit der kleine Fuchs sein Lachen wiederfindet?
ISBN: 9783765546082
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Ruth Katharina Breuer (Autorin)
"Theo und die Immerhelden"
Der siebenjährige Theo könnte den ganzen Tag mit seinen Lieblingshelden spielen: Superman, Hulk & Co. Bis er plötzlich auch im wahren Leben Menschen bemerkt, die tolle Dinge tun und anderen helfen, ohne dabei Krach zu machen. Am Ende stellt Theo fest, dass echte Helden zwar keinen roten Umhang tragen, man sie aber trotzdem sieht, wenn man nur hinschaut.
ISBN: 9783765546020
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Sarah Franzke (Autorin)
"Ramis größter Schatz"
Der kleine Rami hat alles, was er sich nur wünscht: Bunte Murmeln aus Edelsteinen, einen Streitwagen mit Pferden und natürlich seinen blauen, funkelnden Ring. Der zeigt, dass Rami viel Macht hat - und das lässt der neunjährige Junge auch alle spüren.
Bis er sich auf eine abenteuerliche Reise begibt. Dort lernt er jemanden kennen, der sein bester Freund sein möchte und der Ramis Welt liebevoll auf den Kopf stellt. Ein interaktives Buch zum Lesen, Hören, Staunen und Spielen.
ISBN: 978-3-96480-082-4
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Saskia Heinl (Autorin)
"Karla und Knabber (Bd.1): Zwei Mäuse mit Jesus im Sturm"
Eigentlich wollten Karla und Knabber nur ein gemütliches Plätzchen zum Ausruhen finden. Doch plötzlich treiben sie mit Jesus und seinen Jüngern mitten auf dem See - und ein gewaltiger Sturm bricht los! Was macht Jesus? Kann er ihnen helfen?
Die Geschichte der Sturmstillung, erzählt mit einem "Mittendrin"- Gefühl, für Kinder ab 4 Jahre. Ideal zum Vorlesen zu Hause, im Kindergottesdienst, in der Kita oder der Grundschule.
ISBN: 978-3-417-01068-8
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Sibel Susann Teoman (Autorin)
"Die geheime Schule der Tempelagenten - Ich zwischen fliegenden Teppichen und glühenden Schwertern"
Tritt ein in die magische Welt von Amintos!
Fliegende Teppiche, Hausgeister, die in Teekannen leben und ihrem Besitzer jeden Wunsch erfüllen – von der Weltherrschaft bis zum Spaghetti-Eis ist da alles drin –, geschwätzige Blumen, die über das Schicksal neuer Tempelagenten entscheiden – der fast 13-jährige Timur genannt Tim (Vegetarier und selbst ernannter Reptilienexperte) findet sich plötzlich in einer magischen Welt wieder, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt.
ISBN: 978-3-96594-376-6
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Vera Lörks (Autorin)
"Entdecke die Religionen der Welt"
Dieses spannende Wimmelbuch stellt die fünf großen Weltreligionen Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam gleichberechtigt vor. Zu jeder Religion gibt es ein Wimmelbild, in dem kleine Elemente entdeckt werden können, sowie einen kindgerechten Steckbrief, der die wichtigsten Informationen leicht verständlich zusammenfasst. Kinder lernen, woran Menschen glauben, welche heiligen Schriften und Orte zum Beten es gibt und welche Feste im Jahreskreis gefeiert werden. So erkennen sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Religionen und entwickeln Respekt, Verständnis und Empathie für andere Kulturen und Religionen.
ISBN: 9783766638823
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Wir wünschen besondere und berührende Lesemomente in diesem Frühling und allen anderen: frohes Schreiben und Illustrieren, denn auch dein KinderbuchTraum kann und will gelebt werden!
- Nora
- 15. März 2022
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Feb. 2024
Du hast eine Geschichte für Kinder geschrieben und fragst dich jetzt: "Könnte ich sie vielleicht veröffentlichen?"
Ich würde behaupten, dass die meisten KinderbuchKreativen – egal, ob du eine AutorIn oder IllustratorIn bist – als erstes daran denken, sich bei einen Verlag zu melden. Das hat – v.a. historisch betrachtet – gute Gründe. Viel wichtiger erscheint mir jedoch, seine Optionen zu kennen und eine passende zu wählen. Denn ich behaupte genauso, dass die meisten KinderbuchKreativen kein wirkliches Bild der Alternativen haben.
Deshalb werden in den nächsten Monaten dieses Thema immer wieder aufgreifen und aus unterschiedlichen Positionen beleuchten. Denn für uns ist am Wichtigsten, dass du den für dich richtigen Weg findest, und dass möglichst viele tolle Geschichten das Licht der Welt erblicken.
Deshalb starte ich gleich zu Beginn mit einer provokanten Frage:
Was braucht es, um veröffentlicht zu sein?
Die Veröffentlichung entspricht dem Zeitpunkt, an dem ein Werk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Du brauchst demnach zwei Dinge:
ein Werk, ein Medium für Text und Bild (z.B. in Form eines gedruckten Buches)
einen (Vertriebs)Kanal (irgendwie muss dein Buch hinaus in die Welt)
Und eigentlich braucht es noch einen dritten Punkt: Wenn wir davon ausgehen, dass die "Öffentlichkeit" nicht nur deine Familie oder ein Verein ist, dann ist realistischerweise auch ein minimales Maß an Vermarktung nötig, damit eine ausreichende Zahl von Menschen überhaupt erst von deinem Buch erfahren
Gleich vorweg: Ich lege meinen Fokus immer auf das gedruckte Buch, da dies bei Kinderbüchern das gängige Format ist.

Für Bücher gibt es typischerweise zwei Veröffentlichungswege:
über einen Publikumsverlag
über SelfPublishing
Die Unterscheidung zwischen den beiden ist gar nicht so deutlich, wie man anfangs meinen möchte. Aber fangen wir doch erst einmal mit einem Blick in die Vergangenheit an.
1.) Die Verlagsveröffentlichung
Lange Zeit war die Veröffentlichung über einen Verlag die einzige Möglichkeit, das eigene Werk einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Ganz einfach, weil die Herstellung eines gedruckten Buches mit hohen Kosten verbunden war und ist: dazu gehören z.B. das Lektorat und Korrektorat, die Kosten der Bebilderung (z.B. Illustrationen), der Buchsatz und die grafische Gestaltung des Umschlages, der Druck, die Logistik (beinhaltet u.a. Verpackung, Lagerung, Transport und Verteilung), das Bestell- und Abrechnungswesen oder die Bewerbung des Titels.
Das Wort "Verlag" leitet sich aus dem Wort "vorlegen" ab – d.h. die ursprüngliche Funktion des Verlages war jene der Vorfinanzierung.
Aus dieser Perspektive betrachtet, wird klar, dass ein Verlag wirtschaftlich agiert und erwartet, das ausgegebene Geld wieder hereinzuverdienen und letztlich einen Gewinn mit den verlegten Büchern zu erzielen.
Deshalb wird es das Ziel jedes Verlages sein, die für sein Unternehmen lukrativsten Titel auszuwählen – welche das sind, variiert nach der Finanzstärke und Positionierung des Verlages. Das ist der Grund, weshalb ein Verlag nicht einfach jedes ihm angebotene Manuskript veröffentlicht, sondern man sich als AutorIn bewerben muss.
Deine erste Option zur Veröffentlichung ist also bei einem Verlag unter Vertrag zu kommen.
Daraus ergeben sich im Normalfall folgende Konsequenzen:
Du räumst dem Verlag das Recht ein, deine Geschichte in einem bestimmten zeitlichen und räumlichen Ausmaß zu verwerten (das bedeutet in der Regel, dass du selbst dann innerhalb dessen kein Recht mehr dazu hast).
Du erhältst Tantiemen als Bezahlung für deine kreative Leistung (eine %-Beteiligung am Umsatz, der mit deinem Titel erzielt wird).
Du arbeitest mit Profis zusammen, deren Job es ist, Bücher herauszubringen (dies variiert natürlich nach der Größe und Professionalität des Verlages).
Du unterstützt den Verlag ggf. bei der Vermarktung deines Buches (z.B. durch Lesungen).
Du hast nur in einem geringen Ausmaß die Kontrolle – z.B. über die Gestaltung des Titels, das Ausmaß der Vermarktung durch den Verlag und die weitere Verwertung.
Der Vorteil ist, dass du deinen Fokus auf das Schreiben legen kannst.
An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass das Angebot an Manuskripten die Nachfrage durch Verlage übersteigt, du dich demnach ggf. gegen eine große Anzahl an Mitbewerbern durchsetzen musst.
Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb ein Manuskript von Verlagen abgelehnt wird: z.B. passt es nicht ins geplante Programm oder zur Positionierung des Verlages, der Verlag setzt ev. lieber auf erfahrenen AutorInnen, es trifft den persönlichen Geschmack der Lektorin nicht, der Markt ist für das Thema zu klein (zu geringer erwarteter Umsatz), das Thema ist bereits ausgereizt oder (noch) nicht interessant u.v.m.
Was ich damit sagen möchte: Es liegt unter Umständen gar nicht an der Qualität deiner Geschichte!
Bei einem Verlag zu publizieren ist für viele immer noch Image-trächtiger als ein Buch im SelfPublishing herauszubringen, da davon ausgegangen wird, dass es einem gewissen Qualitätsanspruch genügen muss. Manche sagen sogar, dass man nur dann eine ernstzunehmende AutorIn ist, wenn man bei einem Verlag veröffentlicht hat.
Es wird dich an dieser Stelle vielleicht überraschen zu hören, dass ich dir empfehlen würde, weder die eine Gruppe noch die anderen jeweils in eine Schublade zu stecken. Jeder kann einen Verlag gründen – das Gewerbe alleine ist noch kein Garant für Qualität (das schließt mich und meinen Verlag übrigens mit ein)! Genauso gibt es unter den SelfPublishern solche und solche.
Und deshalb finden sich auch bekannte Namen unter den historischen Beispielen für SelbstverlegerInnen: Goethe, Mark Twain oder Beatrix Potter waren (teilweise) SelfPublisher. Zu ihrer Zeit musste man wohlhabend sein oder entsprechende Gönner haben, um die Kosten für die eigenen Bücher zu decken. Kinderbücher wie Huckleberry Finn und Peter Rabbit waren ursprünglich Eigenverlagserzeugnisse!
Das bringt uns zum zweiten wesentlichen Veröffentlichungsweg:

2.) Das SelfPublishing
Das bedeutet wort-wörtlich SelbstVerlag und impliziert damit, dass du nicht bei einem Fremdverlag veröffentlichst.
Das Verwirrende: Das ist bei vielen SelfPublisherInnen tatsächlich der Fall! Aber eines nach dem anderen...
Beginnen wir mit dem "echten" SelfPublishing, also der Veröffentlichung ohne Fremdverlag.
Du kannst hier entweder ein Gewerbe anmelden und einen eigenen Verlag gründen oder du veröffentlichst einfach komplett ohne Verlag – z.B. wenn du ein PDF erstellst und zum Download auf deiner Website anbietest oder ein Buch drucken lässt und in auf einer Messe verkaufst.
Bei dieser zweiten Option genießt du alle Vor- und Nachteile des SelfPublishing:
Du hast die volle Kontrolle und Freiheit in puncto Timing, Ausführung, Preis, Menge, Distribution, Vermarktung, Verwertung usw.
Du behältst alle Rechte bei dir.
Der gesamte Umsatz bleibt bei dir, abzüglich möglicher Rabatte, die du Distributoren oder Händlern einräumst.
Du bist für die Konzeption, Herstellung, Vermarktung und den Vertrieb deiner Bücher zuständig (was aber nicht bedeutet, dass du alles alleine machen musst).
Du trägst alle damit verbundenen Kosten.
Du trägst die Verantwortung.
Ob die Publikation aus einem Verlag stammt, erkennst du übrigens daran, ob sie einen ISBN hat (daraus wird der Strichcode erstellt). Die Internationale Standard-Buch-Nummer dient der eindeutigen Identifikation eines Titels. Diese Nummer ist Voraussetzung für den Vertrieb im Buchhandel.
Oder anders gesagt: Beziehst du die ISBN nicht selbst direkt bei der ISBN-Agentur, sondern von einem Dienstleister, so übernimmt dieser formell die Funktion eines Verlages. Dies ist bei zahlreichen SelfPublishing-Dienstleistern der Fall. Hierzu zählen z.B. Books-on-Demand (BoD), Tredition, epubli, tolino Media, MyMorawa, Nova MD u. A.
Was uns zum erweiterten bzw. umgangssprachlichen Verständnis von SelfPublishing führt.
Hier würde ich als Charakteristikum sehen, dass AutorInnen darüber entscheiden, wann sie welches Buch in welcher Ausführung veröffentlichen und vertreiben wollen. Dazu nutzen sie Dienstleister, die ihnen die Plattform und Services dazu bieten. Zu den Services können z.B. der Druck in Print-on-Demand (stückweise bei Bestellung durch den Kunden, anders als beim Auflagendruck) oder Konvertierung in ein eBook, die logistische Anbindung an Großhändler und Händler, Lektorat, Grafik oder Bewerbung zählen.
Bei dieser hybriden Option vermischen sich die Vor- und Nachteile entsprechend:
Du hast die volle Kontrolle und Freiheit in puncto Timing, Art der Veröffentlichung und Vermarktung; Abstriche musst du bei der Ausführung und dem Preis machen, hier gibt es bei den Dienstleistern Einschränkungen.
Du schließt tatsächlich einen AutorInnenvertrag mit dem Dienstleister ab und dabei gehen potenziell einige deiner Verwertungsrechte an diese über; auch gibt es bei fast allen eine Mindestbindungsdauer.
Du erhältst einen Umsatzanteil, jedoch ist dieser geringer als beim reinen SelfPublishing, das der Anteil des Dienstleistern abgezogen wird; im Normalfall ist dieser aber höher als die Tantiemen, die du bei einem Verlag erhalten würdest.
Du bist auch hier für die Konzeption, Herstellung, Vermarktung und den Vertrieb deiner Bücher zuständig und trägst alle damit verbundenen Kosten.
Viele Dienstleister bieten ihren KundInnen Beratung an oder heben ihre besten AutorInnen in ihrer Kommunikation hervor, das bietet Potenzial für eine größere Reichweite.
Übrigens ist KDP (Kindle Direct Publishing) zu diesen Dienstleistern nicht hinzuzählen. Amazon fungiert hier als Distributor und bietet ggf. auch Print-on-Demand an, er fungiert aber nicht als Verlag.
Du wirst dich jetzt vielleicht fragen:
"Und was ist jetzt der richtige Weg für mich?"
Nun, natürlich hängt das auch davon ab, was für ein Typ du bist, welche finanziellen Mittel du zur Verfügung hast, was du dir zutraust, ob du bereits einen oder mehrere Titel veröffentlicht hast, welches Ausmaß an Kontrolle dir wichtig ist usw.
Abgesehen davon kann es sein, dass manchmal die eine Art und manchmal eine andere Art der Veröffentlichung besser passt.
Stehst du ganz am Anfang und möchtest ins SelfPublishing hinein schnuppern, kann es sinnvoll sein, die Angebote von Dienstleistern in Anspruch zu nehmen. Bleibst du beim SelfPublishing, so wirst du irgendwann dein Ergebnis verbessern wollen und ev. eigene Strukturen aufbauen und einen Verlag gründen. Oder aber du bewirbst dich erst später mit einem "bewährten Produkt" bei Agenturen und Verlagen, um die Masse zu erreichen.
Ein letzter Gedankenanstoß zum Schluss:
Vielleicht möchtest du ja den Spieß auch umdrehen und dich zuerst fragen, welche Veröffentlichungsweg dir als Person entspricht – und dann überlegen, welche Art von Geschichten du konzipieren müsstest, um auf diesem Weg Erfolg zu haben?
Achtung vor Druckkosten-Zuschuss-Verlagen!
Der Vollständigkeit halber – und als Wort der Warnung – möchte ich auch die Druckkosten-Zuschuss-Verlage erwähnen. Das problematische an ihnen ist nicht ihr Geschäftsmodell per se (nämlich, dass die veröffentlichten Bücher durch die AutorInnen finanziert werden, was ja dem Konzept mancher SelfPublishing-Dienstleister sehr ähnlich ist), sondern, dass sie den Eindruck erwecken möchten, klassische Publikumsverlage zu sein, jedoch dessen Leistungen nicht oder nur teilweise erbringen. Dahinter steckt eine Absicht zur Täuschung – und das ist das große Problem! Auch verlangen manche dieser Unternehmen sogar mehr Geld von den AutorInnen, als wenn diese im SelfPublishing alle diese Leistungen beauftragt hätten. Am Ende des Beitrag findest du hierzu noch zwei weiterführende Links.
Wenn du mehr über die jeweiligen Veröffentlichungswege erfahren möchtest, dann lege ich dir ans Herz, Mitglied in der KinderbuchManufaktur zu werden. Wir laden regelmäßig AutorInnen als Vortragende ein, die über ihre Erfahrungen sprechen. Auch kannst du dich dann in unserer FacebookGruppe austauschen und deine Fragen stellen.
Zum Thema SelfPublishing biete ich ab Mai 2022 wieder meinen Kurs "KinderbuchTraum" an. Um mehr zu erfahren, kannst du dich gerne auf die unverbindliche Warteliste setzen.
Weiterführende Infos:
Diesen Beitrag kannst du auch als Podcast-Folge anhören (#34).


